Risikomanagement als Teil der Krisenprävention

Risikomanagement als Teil der Krisenprävention

Vom (unbeachteten) Risiko zur Krise.

Von Jorge Klapproth.

Jedes unternehmerische oder Organisationshandeln ist mit Risiken verbunden, die unerkannt oder unbeachtet in eine Krise führen können. Doch nur wer die Gefahren kennt, kann sich auf sie einstellen. Man kann nicht sämtliche Risiken ausschalten. Ist man sich der Risiken aber bewusst, werden sie auch beherrschbar. Aufkommende Krisen können so frühzeitig identifiziert und notwendige Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Risikomanagement [1] ist die systematische Erfassung und Bewertung von Risiken sowie die Steuerung von Reaktionen auf festgestellte Risiken. Es ist ein systematisches Verfahren, das in vielfältigen Bereichen Anwendung findet, zum Beispiel bei

  • Unternehmensrisiken,
  • Kreditrisiken,
  • Finanzrisiken,
  • Umweltrisiken,
  • Versicherungstechnischen Risiken,
  • Technischen Risiken.

Risikomanagement beginnt in dem Moment, in dem eine Vision, eine Zielvorstellung oder ein Wunschbild eines Vorhabens entsteht. Denn die Chancen, die man dazu wahrnehmen und die Wege, die man gehen muss, werden durch Unwägbarkeiten gefährdet. Ohne konkrete Ziele lassen sich keine Abweichungen messen. Aus diesem Grunde ist eine klare Zieldefinition so wichtig. Die Wahl der passenden Strategie ist im Wesentlichen abhängig von der Risikobereitschaft (risikoavers, risikoneutral oder risikofreudig) bei einem Vorhaben.

Das Risikomanagement legt die Leitlinien für die Risikoprävention fest und bestimmt die anzuwendenden Maßnahmen und Verfahren. Die mit der Risikoanalyse ermittelte Risikowahrscheinlichkeit und deren Folgen für das Unternehmen sind die Grundlagen für weiteres Handeln. Um die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos zu verringern und die Auswirkungen von Risiken zu begrenzen, muss ausgelotet werden, welche Gegenmaßnahmen ergriffen werden, damit im Fall des Falles schnell reagiert werden kann.

Möglichkeiten des Handelns: 

Risiko vermeiden

Verzicht auf risikobehaftete Geschäfte oder Produkte – es verbleibt das Risiko, Chancen zu verschenken. Eine vollständige Vermeidung von Risiken ist nicht Ziel des Risikomanagements und kann nur erreicht werden, indem man die risikobehaftete Aktivität unterlässt. Sinnvoll ist dies nur bei bestandsgefährdenden Risiken.

Risiko akzeptieren

Es gibt keine Alternative, dass Risiko muss eingegangen werden. Die Vermeidung, Verminderung und Überwälzung von Risiken kann die Risiken nicht vollständig ausschließen. Das verbleibende Restrisiko muss das Unternehmen akzeptieren und selbst tragen. Dies bedingt das Vorhandensein eines entsprechenden Risikodeckungspotenzials, da ein ggf. eintretender Schaden aus eigener Kraft gedeckt werden muss. Die Akzeptanz von Risiken sollte dann gewählt werden, wenn die vorstehend beschriebenen Wege in keiner positiven Aufwand-Nutzen-Relation stehen würden.

Risiko begrenzen

Die Risikobegrenzung gliedert sich auf in zwei Teilbereiche, der Risikostreuung (auch -diversifikation) und der Risikolimitierung. Die Risikostreuung fußt auf der Portfolio-Theorie, die besagt, dass die Kombination nicht vollständig miteinander korrelierender Anlage-alternativen in einem Portfolio einen Diversifikationseffekt bewirkt, der in der Summe das Gesamtrisiko verringert oder sogar neutralisiert. Bei der Risikolimitierung setzt das Management Limite (also definierte Obergrenzen) für das Eingehen von Risiken.

Risiko reduzieren

Durch verbesserte Kommunikation und Planung. Die Verminderung von Risiken setzt darauf, Risikopotenziale – nicht wie bei der Risikovermeidung – auszuschließen, sondern auf ein akzeptables Maß zu reduzieren.

Risiko absichern

durch Risikoabwälzung, z. B. Versicherung oder vertragliche Regelungen. Bei der Risikoabwälzung wird das Risiko durch faktische oder vertragliche, teilweise oder völlige Überwälzung an Dritte übertragen. Die Übertragung steht in Verbindung mit einem zusätzlichen Geschäft, das das Risiko vollständig oder zu wesentlichen Teilen an Dritte weitergibt. Das Risiko wird hierbei nicht beseitigt, sondern wechselt den Risikoträger. Unterschieden werden kann zwischen der Überwälzung auf Versicherungsunternehmen und auf Vertragspartner.

Fazit: Wer sich um seine Unternehmens- oder Organisationsimmanenten Risiken nicht kümmert, läuft Gefahr am Tag X unversehens in eine Krise zu geraten, die unter Umständen vermeidbar gewesen wäre.

 

[1] vgl. Wikipedia „Risikomanagement“
Bild: 255241_original_R_K_B_by_Jens Weber_pixelio.de

 

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